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Business-Knigge International

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Der Knigge-Knigge

Manieren und Benimmregeln sind wieder in. So gibt es neben dem Tisch-Knigge oder Japan-Knigge auch den Campus-Knigge, den Krawatten-Knigge und noch viele mehr. Dass über Knigge, Manieren, Benimmregeln und Etikette wieder geredet wird, das ist sicherlich ein Stück weit Asfa-Wossen Asserates Buch „Manieren“ (2003) zu verdanken, mit dem er diesen Begriff wieder en vogue gemacht hat. Dabei hat Asserates Buch mit den typischen Benimm-Büchern, die seitdem überall aus den Bücherregalen sprießen, im Grunde gar nicht viel zu tun. Stattdessen bekommt der Leser ein erhellendes Zeit- und Sittenbild der deutschen Gesellschaft geliefert.

Ähnlich verhält es sich beim Urvater und Namensgeber aller Knigge-Bücher, Adolph Freiherr Knigge (1752–1796), selbst. Sein 1788 erschienenes Buch „Über den Umgang mit Menschen“ ist ebenfalls kein reines Benimmbuch, sondern setzt sich neben von den Idealen der Aufklärung geprägten, allgemeinen „Umgangsregeln“ auch mit soziologischen und sozialpsychologischen Fragestellungen auseinander.

Respekt statt Distinktionsgewinn

Lernen kann man von Knigge und Asserate in punkto gutes Benehmen trotzdem viel. Etwa dass es bei Manieren und Umgangsregeln nicht in erster Linie um Distinktionsgewinn geht und damit um die eigene Person, sondern vielmehr um Respekt, Moral und Achtung den anderen gegenüber. In Freiherr Knigges Worten: „Die Regeln des Umgangs (…) müssen auf die Lehren von den Pflichten gegründet sein, die wir allen Arten von Menschen schuldig sind, und wiederum von ihnen fordern können.“ Das heißt: Manieren und die richtigen Umgangsregeln sind eigentlich etwas Selbstverständliches – soweit zumindest das Ideal.

Tatsächlich sind Umgangsregeln aber nur selten so selbstverständlich und universal, wie bei Knigge beschrieben, sondern sind im Gegenteil sehr oft zeit-, milieu- oder kulturabhängig. Zudem wurden und werden Umgangsregeln etwa in höfischen und adligen Kreisen tatsächlich oft als Distinktionsversuche eingesetzt. Und gerade mit solchen „höfischen“ Benimm- und Distinktionsregeln werden „Manieren“ auch heute noch sehr häufig gleichgesetzt – und missverstanden. Wer die entsprechenden Regeln oder „Codes“ nicht kennt, zeigt diesem Verständnis nach, dass er nicht dazu gehört und wird als Folge ausgeschlossen.

Die Höfflichkeit des Wartenden

Im modernen Berufs- und Geschäftsleben ist das zum Glück nicht ganz so schlimm. Auch wenn es teilweise heißt, dass vor allem in den höheren Geschäftsetagen bestimmte Benimm- und Umgangsregeln als Distinktionsmerkmale dienen. Dementsprechend „elitär“ oder auch einschüchternd werden diese von Außenstehenden oft auch wahrgenommen. Auch sonst werden Benimm- und Verhaltensregeln häufig als eine „von oben“ diktierte Pflicht angesehen, etwa was Dresscodes oder Begrüßungsformeln betrifft.

Wer „gute Manieren“ als Distinktionsgewinn oder als reine Pflicht begreift, hat – zumindest nach Knigge oder Asserate – den Sinn dahinter aber nicht verstanden. Während übliche Benimm-Fiebeln vor Unpünktlichkeit warnen und dies als „unhöfliches“ Verhalten des Zu-spät-Kommenden brandmarken, gehört es etwa laut Asserate auch zur Höflichkeit des Wartenden, den Unpünktlichen nicht bloßzustellen. Das heißt: der Höfliche respektiert den anderen sogar in seinem Fehlverhalten und straft ihn nicht wegen seines „Benimmregelverstoßes“ ab.

Mehr als nur „Flitterputz“ oder: Höflichkeit kommt von Innen

Ganz ähnlich heißt es bei Freiherr von Knigge: „Enthülle nie auf unedle Art die Schwächen Deiner Nebenmenschen, um Dich zu erheben! Ziehe nicht ihre Fehler und Verirrungen an das Tageslicht, um auf ihre Unkosten zu schimmern!“ Wer also nur darauf wartet, dass der andere einen Fehler macht, um seine eigene Genugtuung daraus zu ziehen, hat seinen Knigge nicht verstanden. So sind es laut Knigge denn auch nur die Schwachen, die sich „ein Fest daraus machen, an einem Menschen (…) Mängel zu entdecken“. Aber genauso, wie es falsch ist, andere zum Sklaven falsch verstandener Benimmregeln zu machen, so zeugt auch der Wunsch, es allen anderen Recht zu machen und sich vollends den Meinungen anderer zu unterwerfen, nur von einem „schwachen Herzen“:

„Sei aber nicht gar zu sehr ein Sklave der Meinungen andrer von Dir! Sei selbständig! Was kümmert Dich am Ende das Urteil der ganzen Welt, wenn Du tust, was du sollst? Und was ist Deine ganze Garderobe von äußern Tugenden wert, wenn Du diesen Flitterputz nur über ein schwaches, niedriges Herz hängst, um in Gesellschaften Staat damit zu machen?“

Wer sich gute Manieren nur wie einen „Flitterputz“ umhängt und nicht aus innerer Überzeugung höflich ist, gewinnt vielleicht für kurze Zeit den Respekt von anderen, aber er verliert am Ende den Respekt vor sich selbst. Und das kann auch nicht Sinn der Sache sein. Deswegen lautet der beste Rat in punkto Manieren, Benimmregeln und Etikette wohl: mehr Gelassenheit, auf allen Seiten. Und statt nur auf Äußerlichkeiten mehr auf die inneren Werte zu achten. Der höfliche Umgang miteinander ergibt sich dann beinahe wie von selbst.

Warum Business-Knigge?

Ich habe die kleinen Dinge oft vernachlässigt, nicht nur mein Abschluss sondern auch mein Auftreten ist sehr wichtig.

Julia Heger.

Damit es auch im gesellschaftlichen Miteinander besser klappt und man weiß wie man sich verhalten soll.

Janine Schmidt.