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Knigge konkret: Das Geschäftsessen

Knigge konkret: Das GeschäftsessenDas Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und in lockerer, entspannter Atmosphäre über Geschäfte reden: so das Ideal eines gelungen Geschäftsessens. Damit das gelingt, gilt es aber einige Regeln zu beachten. Im Folgenden ein paar Tipps, auf was Sie als Gast oder Gastgeber eines Geschäftsessens alles achten sollten und wie Sie unnötige Fettnäpfchen vermeiden.

Das Restaurant

Für den Gastgeber fängt die erste Hürde schon bei der Wahl des Restaurants an. Es sollte dem Anlass angemessen sein und wenn möglich (und bekannt) auf die Essgewohnheiten des Gegenübers
abgestimmt sein.  Wenn Sie die Essgewohnheiten und Vorlieben Ihrer Gäste
nicht kennen, gehen Sie auf Nummer Sicher, indem Sie anstatt etwa auf Exotik
lieber auf „gehobenen Mainstream“ setzen.
Ein gutes italienisches Restaurant ist sicherlich nie verkehrt. Zu gehoben sollte das
Ganze aber auch nicht sein, lieber ein bisschen rustikaler, da sich manche in Nobel-
restaurants nicht wohl fühlen. Außerdem wichtig: immer nur einen Kunden oder
Geschäftspartner einladen! Aus Zeit- oder Kostengründen gleich zwei oder
mehrere Geschäftsessen zusammenzulegen, dürfte nur in den wenigsten
Fällen gut gehen.

Die Sitzordnung

Steht der Essenstermin fest und Sie mit Ihrem Gast bereits vor dem Tür,
dann gilt beim Eintreten, dass der Gastgeber vorausgeht. Ansonsten gilt
natürlich erstmal: nicht zu spät kommen und den Gast schlimmstenfalls vor
dem Restaurant warten lassen. Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Ist ein Tisch
reserviert, lässt man sich vom Kellner an den Platz führen, in dem Fall gehen
dann aber die Gäste vor. Was die Platzwahl angeht: Bei zwei Personen setzt man
sich ganz einfach gegenüber, handelt es sich um eine größere Runde, bietet man
dem wichtigsten bzw. ranghöchsten Geschäftspartner den Platz rechts neben sich
oder direkt gegenüber an. Was die Auswahl der Gerichte angeht, so sollte man
sich als Gastgeber an seinen Gästen orientieren, etwa indem man vorsichtig
fragt, ob diese ein Vorspeise wünschen. Für Gäste lautet der Tipp für die Wahl
des Gerichts, sich am Besten an den mittleren Preisbereich zu halten – da
kann nichts schief gehen.

Die Tischmanieren

Steht das Essen auf dem Tisch, gilt es auf grundlegende Tischmanieren
zu achten. Was Getränke angeht, ist Alkohol zwar grundsätzlich erlaubt,
trotzdem ist es in den meisten Fällen ratsamer, zumindest bei einem reinen
Geschäftsessen darauf zu verzichten. Wobei Sie es natürlich als Gastgeber
vermeiden sollten, Ihren Gästen Vorschriften zu machen. Wird dennoch am
Tisch Wein getrunken, sollte am Besten der Gastgeber diesen aussuchen.
Was auf jeden Fall nie falsch ist: eine große, gemeinsame Flasche
Mineralwasser für sich und Ihre Gäste zu bestellen.

Wenn es doch etwas förmlicher zugeht und auch direkt auf dem
Tisch alles seine Ordnung haben soll: Das Besteck wird von außen nach innen
benutzt und man nimmt für jeden Gang Gabel und Messer neu. Der Dessertlöffel
bzw. das Dessertbesteck befindet sich in der Regel oberhalb des Tellers und der
Brotteller steht immer links vom eigenen Gedeck. Wird zu jedem Gang ein anderes
Getränk serviert, benutzt man die Gläser von rechts nach links. Das Wasserglas
steht ganz rechts außen, langstielige Gläser werden am Stiel angefasst. Bevor
Sie trinken, tupfen Sie Ihren Mund erst kurz mit der Serviette ab. Wurde das
Besteck bereits benutzt, sollte es den Tisch nicht mehr berühren. Und sollte es
Ihnen aus versehen auf den Boden fallen, lassen Sie sich am Besten gleich ein
neues bringen.

Das Tischgespräch

Noch kurz zum Tischgespräch: Sport und Kultur sind Ok,
Politik ist eher schwierig. Und was das Reden über Geschäfte angeht: das hängt
davon ab. Auf jeden Fall ist es ratsam, Geschäftsgespräche nicht zu forcieren.
Sollten Sie als Gastgeber merken, dass Ihr Gegenüber über die geplante
Investition, etc. nicht reden möchte, akzeptieren Sie dessen Wunsch und sehen
Sie stattdessen das Essen selbst als eine Investition, die sich langfristig für
Sie auszahlt. Sollte Ihr Gast von sich aus geschäftliche Themen ansprechen, so
können Sie diese gerne aufgreifen und den Faden weiterspinnen. Was auf jeden
Fall Tabu ist: am Tisch am Telefon mit jemand anderem reden. Das heißt: Handy
aus und erst nach dem Essen wieder einschalten, auch wenn Sie auf einen noch so
wichtigen Anruf warten. Alles andere wäre äußerst unhöflich.

Die Rechnung

Bleibt noch die letzte Hürde: die Rechnung. In der Regel
wird diese durch den Gastgeber beglichen, der das Geschäftsessen in der Regel
auch beendet. Am Dezentesten geschieht das, indem man sich kurz entschuldigt
und die Rechnung unbemerkt vom Gast begleicht. Sollte der Gast auf getrennte
Rechnungen bestehen oder sollte es andere Gründe dafür geben, sollte das schon
vor dem Essen geklärt werden, damit es nicht zu unnötigen Missverständnissen
kommt. Eine direkte Kommunikation zeugt hier ebenfalls von gutem Stil und
verhindert, dass die Geschäftsbeziehung durch etwaige „Unsicherheiten“ belastet
wird.